Der Herr der Wetter: Forscher bestätigen Klima von Mittelerde

Bilbo und Frodo haben mit dem Auenland auch ihre bequeme gemäßigte Klimazone verlassen: Jenseits von Beutelsend und Hobbingen sind das Nebelgebirge und Mordor auch ohne Sauron, Legionen von Orks und die Lava des Schicksalsbergs ungemütlich. Zumindest ist das das Ergebnis einer Klimasimulation für Mittelerde, die Wissenschaftler der Universität Bristol kurz vor dem Start des zweiten „Hobbit“-Films im letzten Dezember veröffentlicht haben.

Die Ergebnisse sind spannend, denn sie stützen die Beschreibungen Tolkiens.

In dem achtseitigen Paper betrachten die Wissenschaftler zwar nur die Region Mittelerde, das von ihnen erstellte Modell simuliert aber die ganze Welt Arda im sogenannten zweiten Zeitalter. Für die Zwecke der Untersuchung gehen die Autoren davon aus, dass Arda zu dieser Zeit ein sphärischer Planet ist (eingefleischte Tolkien-Fans mögen das verzeihen). Die Ergebnisse sind spannend, denn sie stützen die Beschreibungen Tolkiens und viele bisherige Darstellungen von Mittelerde.

Neben dem unwirtlichen Klima in Mordor ist im Modell aus Bristol auch Haradwaith im Süden heiß und trocken mit Durchschnittstemperaturen über 30 Grad Celsius. Wenn es die kulturschaffenden Völker nicht gäbe, wären große Teile Mittelerdes mit dichtem Wald überzogen – wie noch Mitteleuropa in der Antike und dem Frühmittelalter, bevor viele Landstriche gerodet wurden. Die Grauen Anfurten, der Hafen, von dem aus Bilbo und Frodo Mittelerde mit den Elben verlassen, profitieren nach den Ergebnissen der Meteorologen offenbar von sehr vorteilhaften Winden für Reisen nach Westen.

Klima Mittelerde
Die Elben segeln von den Grauen Anfurten nach Westen, denn hier sind die Winde offenbar besonders vorteilhaft. (c) The Cabot Institute/University of Bristol

Die Ergebnisse für Mittelerde werden mit Klimasimulationen für die heutige Erde und die Erde der Kreidezeit verglichen. Wer also etwas tiefer in das Thema Klima für ein eigenes Weltenprojekt einsteigen möchte, findet mit dem (englischsprachigen) Paper „The Climate of Middle Earth“ einen interessanten wissenschaftlichen Einstieg. Das Dokument gibt es auf der Webseite der Universität Bristol als PDF kostenlos zum Download.

Titelbild: (c) New Line Cinema

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