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Warum spektakuläre Raumschlachten praktisch unmöglich sind (Video)

Der größte Aufreger des „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ Teaser-Trailers war das Lichtschwert mit Parierstangen. Dabei hat sich das „Star Wars“ Universum eigentlich etwas viel schlimmeres zuzuschreiben: Die völlig falsche Darstellung von Raumschlachten, die von unzähligen anderen Science-Fiction-Werken übernommen wurde. Diese Sünde hat zumindest Joseph Shoer vom großartigen YouTube-Kanal „It’s Okay To Be Smart“ ausgemacht. In einem sechs Minuten langen Video bespricht er, wie Physik den Ablauf von realistischen Raumschlachten eigentlich beeinflussen müsste – und dass das leider nichts mit vollen Breitseiten von gigantischen Schlachtschiffen oder Dogfights unter wendigen Jägern zu tun hat.

So sind gezündete Nachbrenner eigentlich völlig überflüssig: Newtons erstes Gesetzt besagt, dass ein Objekt seine Geschwindigkeit und Richtung beibehält, solange keine andere Kraft daran etwas ändert. Die glühenden Triebwerke, die wir oft sehen, sind also Quatsch. Steuerungsdüsen oder Gyroskopsteuerungen sind die Antwort.

Auch die am häufigsten gezeigten Waffen, Laser und explodierende Raketen, sind nicht geeignet. Laser haben eine viel zu hohe Streuung, sind auf weite Entfernungen kaum zu fokussieren und für wirkungsvolle Explosionen fehlt im Weltall die Atmosphäre. Am effizientesten sind schlichtweg extrem schnelle Geschosse. Abgesehen von diesen Problemen sind die Entfernungen im Weltraum so gigantisch, dass Kriege wieder mit denselben Hürden zu kämpfen hätten wie vor einigen hundert Jahren: extrem verzögerte Kommunikation und dadurch späte Reaktionen auf feindliche Manöver. Shoer schließt übrigens noch eine wichtige Frage an: Müssen wir in Zukunft wirklich auch im All Krieg führen?

Das ganze Video:

Titelbild: Video-Screenshot, (c) PBS

14 Gedanken zu „Warum spektakuläre Raumschlachten praktisch unmöglich sind (Video)“

  1. Raumschlachten… immer wieder ein Thema, das heiß diskutiert wird. Viele machen den „selben Fehler“ wie auch der YouTuber, den du hier behandelst. Sie nehmen den Stand der heutigen Technik und versuchen, diesen ohne nennenswerten Entwicklungssprung in die Zukunft zu versetzen. Wenn man einen Soldaten des 30-jährigen Kriegs fragen würde, wie er sich einen zweiten Weltkrieg vorstellen würde, der 300 Jahre später geführt wird, käme etwas ähnlich absurdes dabei heraus 🙂

    Was viele bei solchen Diskussionen immer vergessen, sind die Voraussetzungen, die gegeben sein müssen. So benötigen wir für eine Raumschlacht erst einmal Antriebe, die ein gewisses Niveau haben- mindestens einen Unterlichtantrieb, der 0,35c als Geschwindigkeit bringt, und eventuell eine Art „Überlichtantrieb“ (Also Antriebe, die ein Objekt für Aussenstehende „über Licht“ beschleunigen, in Wahrheit nicht das Schiff, sondern den Raum manipulieren), nach heutigen Stand der Physik also einen Alcubierre- Antrieb (WARP) oder eine Art „Sprungantrieb“. Dafür brauchen wir aber nicht nur entsprechend leistungsstarke Energiequellen, sondern auch ein völlig neuartiges Sensorensystem. Ebenso braucht man eine ganz neue Form der Kommunikation. Die braucht man nur, um ernsthaft ins All vorzustoßen- von einer Schlacht ist noch gar keine Rede.

    Zudem überschätzen viele die Entfernungen, auf die ein solcher Kampf ausgefochten würde- alles, was über eine Lichtsekunden hinaus geht (300.000km!!), ist übertrieben und vermutlich würde sich kein Captain darauf einlassen. Die Waffen sind viel zu ungenau auf solche Distanzen, zumal selbst die schnellsten heute verfügbaren Waffen nicht mehr als 35km/s machen. Das sind dann immer noch 2,3 Stunden, bis sie treffen. Selbst mit weiterentwickelten Waffen, die vielleicht auch 70 oder 100 km/s schaffen, sind das immer noch riesige Distanzen. Daher müsste man die Distanz verringern, auf 1/15 Lichtsekunde, damit wir in Bereichen sind, in denen effektiv gekämpft werden kann.

    Und somit wären wir wieder bei den Raumschlachten aus Battlestar Galactica, die für mein Empfinden die „realsten“ Raumschlachten sind. Sie werden mit Unterlicht und konventionellen Waffen geschlagen, die Schiffe sind in Reichweite. Kein Schutzschild, sondern Panzerung und Defensivwaffen. Schwere Rohrartillerie (Railguns) als Haupfbewaffnung. Dazu Jägerkämpfe zwischen den Hauptschiffen.

    Was ich meist viel unlogischer finde als den Verlauf einer Schlacht ist der Ort. Natürlich, in BSG hat das einen logischen Grund, warum sie teilweise im Nichts kämpfen. Aber normalerweise müssten diese Schlachten an strategischen Punkte stattfinden. Beispielsweise am Kuiper Belt eines Sonnensystems, im Orbit eines Planeten, einem Asteroidengürtel- Punkte, an denen man eine Verteidigung organisieren kann.

    Die meisten „unrealistischen“ Effekte in einer Raumschlacht sind aber meist einfach nur das- Effekte, um dem Zuschauer zu zeigen, wie ernst es ist. Explosionen, Feuerbälle… das kommt am Bildschirm besser als ein Loch, durch das Luft entweicht. Ebenso so Dinge wie Nachbrenner. Der Zuschauer soll einfach etwas sehen, dass er kennt.

    Achso, die Antwort auf die Frage, welche Waffen man dort einsetzen kann, lässt sich meiner Meinung nach mit Railguns (bzw. daraus weiterentwickelten Plasmakanonen) und konventionellen Raketen beantworten- zwar gibt es im All keine Atmosphäre für Explosionen, die Schiffe selbst haben aber eine, in der sich eine Explosion ausbreiten kann (Die dann aber nicht so schön aussieht wie im Film, weil sie sich nur durchs Schiff zieht 😉 )

    Ob wir Krieg führen müssen- keine Ahnung. Aber Krieg ist in der Literatur der epischte aller Konflikte. Und von diesen leben Geschichten.

    In diesem Sinne
    Sofian

    1. Ich glaube in diesem Fall ging es eher um die Physik im Weltraum und wie diese Raumkämpfe beeinflussen müsste, gerade im Gegensatz zu üblichen Darstellungen. Die Gesetze der Physik sind ja unabhängig vom Stand der Technik gültig. Die Gyroskopsteuerung fand ich zum Beispiel spannend. Und Sehgewohnheiten finde ich als Begründung für unlogische Darstellungen aus Weltenbau-Sicht schlecht (die Rule of Cool lasse ich jetzt mal außen vor…).

      Die Kämpfe in Battlestar Galactica mag ich auch sehr gerne und es spricht für die Serie, dass beispielsweise von den Jägern Projektile statt Strahlenwaffen genutzt werden („Anything moving fast makes spaceship go boom“).

      Mit den strategischen Punkten hast du Recht und ohne solche Flaschenhälse ist die Wahrscheinlichkeit auch extrem gering, dass sich zwei Flotten überhaupt begegnen würden.

      Gibt es ein Umiversum, das Raumschlachten aus deiner Sicht besonders gut hinbekommt? Mir fällt zumindest Firefly beim Thema Physik im Weltraum ein.

      1. Nunja, die „Gesetze der Physik“ werden in diesem Zusammenhang immer so übertrieben wörtlich interpretiert, dass sie einem Mantra gleichen. „Nichts kann sich schneller bewegen als das Licht!“ ist dabei für viele immer der Punkt, auf dem sie rumreiten- das keines der drei gängigen Antriebsmodelle der SciFi (Hyperraum, Sprung, Warp) diese Regel verletzt, sondern umgeht, ist irrelevant für die meisten. Und genau so geht es auch mit anderen Gesetzen der Physik. Das Beispiel, dass sich etwas im Raum nicht verlangsamt, stimmt dabei nicht so ganz- die bremsende Wirkung kommt durch Reibung und auch der leere Raum ist nicht so leer, wie man immer meint. Die Reibung aber hier ist so gering, dass ein „sehbarer“ Effekt im Gegensatz zu einem Einsatz in der Atmosphäre erst sehr viel später eintritt.

        Die Gyroskopsteuerung ist auch in meinen Augen ein interessantes, wenn nicht sogar notwendiges Konzept in der SciFi und einer der wenigen Punkte, denen ich bedingungslos zustimme aus dem Video.

        Das Hauptproblem in Raumschlachten, dass sich aus der fast vollständig fehlenden Bremswirkung bei Projektilen ergibt, ist in meinen Augen aber ein anderes: Was passiert mit dem ganzen Schrott nach der Schlacht? Da rasen immer noch tausende Projektile rum, vermutlich mitten in den Hauptraumschifffahrtsrouten, und sind dabei eine Gefahr für die „Zivile Raumfahrt“.

        Zur „Rule of Cool“ und ähnlichem: Ich sage nicht, dass ich das gut heiße, sondern viel mehr, dass man es wohl nicht verhindern kann. Als Autor aber weiß ich um den Effekt und der Effekt ist manchmal wichtiger als absolute Logik, solange die innere Logik der Geschichte stimmt. Allerdings sollte man sich auch immer ansehen, was man eigentlich kritisiert. StarTrek, Andromeda und BSG sind als SciFi- Serien ausgelegt, StarGate sowieso. Aber StarWars zum Beispiel ist und bleibt von Anfang an ein Märchen- dem man entsprechende Freiheiten einräumen muss und darf, wie jedem anderen Märchen auch 🙂

        In diesem Sinne,
        Sofian

        P.S: Ein Universum, dass das gut hinbekommt? An erste Stelle muss ich da wohl BSG setzen, denn bis auf ein paar Effekte, die der Rule of Cool zuzuschreiben sind, setzen die Macher das eigentlich ganz gut um. Vielleicht sind da die Entfernung noch etwas kürzer, als sie sein könnten, aber ansonsten…
        Firefly… eine Klasse Serie, ganz sicher unter meinen Top 3, aber gab es da überhaupt eine Raumschlacht? Die Serenity selbst ist ja unbewaffnet und eine Raumschlacht widerspricht ja auch dem Konzept des „SciFi- Western“, oder? An eine kann ich mich erinnern, und die war im Film und fand eher in der oberen Atmosphäre eines Planeten statt, wenn ich mich recht entsinne.

        1. Ja, das mit der Lichtgeschwindigkeit ist so eine Sache. Es lohnt sich in jedem Fall, sich Gedanken zum Thema zu machen, wenn man sich am Genre versucht.

          Ich kann mich bei Firefly auch nur an die Schlacht in Serenity erinnern. Allerdings ist die ein schönes Beispiel für einen strategischen Punkt, an dem es zur Schlacht kommt. Die Frage nach dem Schrott ist extrem interessant! Theoretisch könnten ja ganze Planeten oder gar Systeme abgeschnitten werden, wenn zu viel Schrott durch die Umlaufbahnen fliegt – man denke nur mal an die Kettenreaktion aus Gravity, um das zu veranschaulichen.

      2. Als erste Antwort kann ich da nur The Expanse nennen. Meiner Meinung nach wesentlich realistischer als BSG, obwohl ich auch BSG sehr mag, und dennoch ein ganzes Stück spektakulärer. Hier wird die “Rule of Cool“ mit viel Realismus vereint!

    2. Ich bin ganz derselben Meinung!
      Allerdings habe ich mir nach dem Video wirklich Gedanken über die ständig gezündeten Triebwerke gemacht, die im Video und im oberen Artikel ja als völliger Unsinn abgetan werden. Was aber, wenn die Raumschiffe in Filmen, die aktivierte Schubdüsen haben, einfach nur beschleunigen und gar nicht als Schiffe, die die gleiche Geschwindigkeit halten, sein sollen. Ich meine, dass es ja im Weltall gewaltige Entfehrnungen zwischen einzelnen Lokationen gibt. Es würde also durchaus Sinn machen, den ganzen Weg über zu beschleunigen, bis man noch so viel Zeit hat um rechtzeitig abzubremsen. Auch die Sätze über Breitseitengefechte haben mein Bild der Zukunft etwas ins Wanken gebracht. Nur ist meine Frage: Warum sollte es keine Nahkampf-Gefechte im All geben? Was spricht denn dagegen? Und außerdem: Was ist, in Relation zum Universum gesehen, ein Breitseitenkampf? Eigentlich wäre es das ja dann auch noch bei einigen Kilometern Abstand, bei dem die Schiffe sich ihre Breitseiten zugewandt haben.

      Alles in allem glaube ich, dass das Video viel Wahres, jedoch auch viel Unüberlegtes aufgreift.

      1. Naja, wenn du eine Salve auf eine bestimmte Entfernung abgibst hat der Gegner wegen der Entfernung noch genug Zeit dir eine Eigene mit möglicherweise noch vernichtenderer Wirkung zu verpassen, auch wenn er deine nicht überlebt.
        Du bist dann wahrscheinlich genauso tot.
        Und selbst wenn du deinen Gegner auschaltest: Kriegsschiffe operieren niemals allein. Sein Kumpel würde dich erledigen.
        Der gegenseitige Abtausch ist mit grosser Sicherheit KEINE militärische Taktik, die erfolgversprechend ist.
        Also bleibt als einzige Option: Angriff aus dem Hinterhalt und bloss nicht auffallen.

  2. Das größte Problem, das ich aus realistischer Sicht mit der „klassischen“, vom 2. Weltkrieg inspirierten Darstellung hätte, ist die Frage warum man überhaupt noch menschliches Personal an den Waffenkontrollen sitzen haben sollte. Selbst wenn Raumkämpfe „auf Sichtweite“ stattfinden sollten, wäre ein Computer viel besser dafür geeignet, als Luke Skywalker „von Hand“ den Geschützturm des Millenium Falcon oder den Steuerknüppel eines X-Wing bedienen zu lassen.

    Aber epische Schlachten, die nur von automatisierten System ausgefochten werden, wären für eine Story natürlich nicht wahnsinnig interessant.

    1. Ich glaube, dass Raumschlachten einfach eine der größten Domänen der „Rule of Cool“ sind 😉

      Computer wären wohl in der Tat besser geeignet (außer natürlich die Macht ist mit dir). Ich muss bei der Problematik immer an die Abwehrgeschütze auf Kriegsschiffen denken, die sich auf die Flugbahn von heranfliegenden Raketen ausrichten und sie vor dem Einschlag vom Himmel holen. Das wäre Menschen auch nicht möglich. Übrigens eine tolle Kurzgeschichte zum Thema auf Tor.com: http://www.tor.com/stories/2015/01/damage-david-levine

  3. Vermutlich würde eine zukünftige Auseinandersetzung im Weltall eher statisch geführt.
    Das heisst die Kampffahrzeuge würden getarnt und ohne sich besonders wild zu bewegen , um nicht aufzufallen, bestimmte Positionen halten.
    Und wer sich zuerst bewegen muß verliert eben.
    Die Kriegsmaschinen hätten vermutlich keinerlei Besatzung, ausgenommen Kommandoschiffe vielleicht.
    Das schliesst Jägerkämpfe ziemlich aus.
    Umsomehr als wir ja jetzt schon sehen, daß die Luftkämpfe auf der Erde ja auch schon mit Langstreckengeschossen auf viele hundert Kilometer ausgetragen werden.
    Ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß die Taktiken sich mit denen von Jagd Ubooten ziemlich genau decken also unsichtbar bleiben und aus der Deckung zuschlagen.
    Die Waffen wären Projektilwaffen , selbstzielsuchende Waffen, nachgesteuerte Objekte.
    Die Fernlenkungen wären vermutlich störungssicher.
    Die Möglichkeit dazu wird in der Quantenverschlüsselung gerade erprobt.
    Zur Verteidigung höchstwahrscheinlich automatische Drohnen/Bomben.
    Nuklearwaffen sind sehr wahrscheinlich.
    Ich halte es, je nach Vorhandensein von genügend Energie , für möglich, daß auch Antimaterie eine Rolle spielen könnte.
    Kämpfe würden sich mit Sicherheit, ähnlich wie zur Zeit der grossen europäischen Marinen, um Stützpunkte abspielen, da mit steigendem Energieverbrauch, ständig gebunkert werden müsste.
    Antriebe mit denen man interstellar reisen könnte sind zwar vorstellbar aber auch in Zukunft schwer zu realisieren extrem teuer und auch anfällig, also eher nichts für Kriegsschiffe.

      1. Hallo
        Diese Taktiken sind doch logisch !
        Wäre ich Kommandeur einer Einheit mit einem bestimmten Auftrag, so würde ich erstmal, nach erfolgter Aufklärung natürlich, versuchen erkannte Kriegsfahrzeuge mit Salven von Fernwaffen, die allesamt getarnt anfliegen, auszuschalten.
        Anschliessend bzw. in der Deckung dieses Angriffs müssten die Lenk und Kommandofahrzeuge vorsichtig in Reichweite gebracht werden.
        Der Gegner müsste demgemäss auf Bewegungen und Anomalien die durch diese Bewegungen verursacht werden achten. wobei er etliche Kampfapparate selbst bei Verlust der Schlacht oder des Stützpunktes getarnt liegen lassen würde um dann beim Gegenschlag einen Vorteil zu haben.
        Gleiches gilt natürlich für den Angreifer.
        Du siehst also, daß sich so ein Kampf unglaublich langsam abspielen würde.
        Diese lähmende Langsamkeit steht völlig konträr zu den rasanten Kämpfen in den Filmchen.
        Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß Handels oder Transportschiffe, der Kosten wegen nicht getarnt wären.
        Und es könnte ohne weiteres sein, daß leichtbewaffnete Transportfahrzeuge so sie sich überhaupt begegnen, sich gegenseitig beschiessen würden.
        Aber ein Transporter würde einem Kampf vermutlich ausweichen, da er ja einen Auftrag zu erfüllen hätte.
        Also auch hier kein Breitseitgefecht.
        Jedenfalls käme der Aufklärung ein wesentlich höherer Stellenwert zu als dem eigentlichen Kampf.

  4. Eine Raumschlacht müsste meiner bescheidenen Meinung nach wie folgt ausgefochte werden:

    Der Raum, in dem wir kämpfen, ist „nur“ etwa 1- 3 Lichtsekunden³ groß, das ist der Raum, in dem eine oder mehrere Flotten mit Unterlichtgeschwindigkeit manövrieren.

    Zerstörer würden wohl etwa 90% oder mehr der Kampfflotte ausmachen.
    Diese sind mit Unterlichtgeschwindigkeitsenergiewaffen
    (z.b. Hadronkanone) ausgestattet,
    die sehr hohe Präzision haben.
    Deren Strahl in Kalibern von 1mm (Präzisionspartikelstrahler, Kielstrahl- Hadronenkanone o.ä.) bis 100cm (Stark streuende Defensivwaffen) benötigen wenige Sekunden bis zum Einschlag. Außerdem verfügen schwere Zerstörer über Angriffsraketen, die nur wenig Energie für einen Einsatz verbrauchen und das feindliche Abwehrfeuer auf sich ziehen sollen, da ein Treffer für die meisten Schiffe das Aus bedeutet.
    Um diese Sorge zu verstärken sind sie mit,
    durch fortgeschrittene Fusionstechnik günstig gewordenen,
    Thermonuklearwaffen oder Neutronbomben ausgestattet.
    Diese Waffen können eine Weile brauchen, um den Feind zu erreichen, und sind eher für den „Nahkampf“ gedacht.

    Die Zerstörer verzichten aus mehreren Gründen auf schwere Panzerung/ starke Schilde, zugunsten höherer Feuerrate und Mobilität.

    1. Eine Schlacht dauert lange.
    Vor jedem größeren Scharmützel steht stunden- oder tagelanges Ausspähen, da Schiffe sehr teuer und Schlachten potentiell sehr verlustreich sind.
    Es dauert jedoch noch viel länger, einer laufenden Schlacht beizutreten.
    Bevor eine gepanzerte Streitmacht eintrifft, kann die ganze Flotte schon ausgelöscht sein. Hauptstrategie vieler Admiräle ist es, die Feindflotten eine nach dem anderen mit zahlenmäßiger Übermacht anzugreifen.
    Vor einer Schlacht gilt es deswegen, die Feinde zu seperieren.
    Um Verbündeten schnell zur Hilfe eilen zu können,
    sind Zerstörer so außerordentlich mobil.

    2. Die Sensorik ist hoffnungslos überlastet, um die Schiffe davor zu bewahren, in irgendwelche Steine oder Trümmer hineinzufliegen, Feindfeuer muss abgewehrt werden,
    Routen müssen präzise berechnet werden…
    Daher ist für Schildkalkulation oder Zielerfassung kaum noch Leistung übrig. Für die logistische Verwaltung einer Flotte stehen extra Sensorschiffe zur Verfügung, aber die Kommunikation ist oft stark verzögert und wird wahrscheinlich gestört.

    3. Dauerhaftes Feuer soll den Feind dazu bringen, sich zurückzuziehen.

    4. Festungen und Defensivstrukturen wie Iserlohn Fortress oder der Todesstern können eine ganze Flotte in wenigen Sekunden auslöschen. Schilde und Panzerung sind gegen diese Feinde eineutig wirkungslos. Daher hofft man, den Feind mit einer starken Offensive schnell zu zerstören.

    In jeder Flotte befinden sich noch ein oder zwei Kommandoschiffe, andere Schlachtschiffe und Flugzeugträger.
    All diese verfügen über starke Panzerung und/oder mächtige Schilde. Ein Verlust dieser beudeutet viele Tote und enorme wirtschaftliche Kosten. Ihre Aufgabe ist vorrangig die Versorgung der Kriegsschiffe mit Befehlen und Munition,
    die diese, einfach gestrickt, verwenden.
    In kleineren oder mobileren Flotten könnten durchaus auch aufgerüstete Zerstörer häufig als Flaggschiffe zum Einsatz kommen. Auch Communication jamming countermeasures (CJC) und Kontermaßnahmen dafür (CJCC) zählen häufig zu ihren Aufgaben. Sie transportieren auch die Belagerungswaffen (gegen Planeten).

    1. 1. Warum sollten die Kampfapparate Besatzungen haben ?
      Automaten und fernbediente Fahrzeuge können das viel besser und man muß keine Lebenserhaltung installieren !

      2. Eine grosse Schlacht ,mit vielen Einheiten also hohen Werten, speziell eine Entscheidende versucht JEDER Kommandeur zu verhindern, denn eine Niederlage kann man nur sehr schwer wieder wett machen, speziell bei der zu erwartenden Langsamkeit der Bewegungen.

      3. Da ja Tarnung der beste Schutz ist, erwarte ich, daß sich die Gegner zu Anfang erst gar nicht sehen und die Kämpfe mit Einzelakionen beginnen. Erst mit fortlaufendem Gefecht müssten sich dann immer mehr Apparate einmischen.

      4. Ich denke , daß utopische Strahlenkanonen erst gar nicht zum Einsatz kämen, es sei denn als Ultima Ratio beim Abwehren anfliegender Lenkwaffen.
      Ich halte es viel mehr für wahrscheinlich, daß erstens nuklear und „normale“ chemische Waffen zum Einsatz kommen.
      Greift man weiter in die Zukunft dann wären vermutlich Antimateriebomben, Gravitationsbomben bis hin zur Erzeugung von Singularitäten möglich, so nach der Devise je grösser der Knall desto grösser die Wirkung auch auf weiter entfernt liegende Objekte.
      Es wäre nämlich m.E. nur schlecht möglich bei getarnt liegenden Verbänden genau zu zielen, also müsste man mit Nahtreffern spekulieren. Und da kann die Wirkung nicht gross genug sein.
      Alle diese Angriffswaffen wären natürlich getarnt, ferngelenkt, teilweise selbstzielsuchend, sie hätten eigene Verteidigungs und Abwehrmöglichkeiten.
      UND sie würden bereits VOR dem Gefecht ausgeschleust und in Positionen gebracht werden, sodaß die Lenk und Kommandofahrzeuge sich nicht erst durch das Aussetzen der Objekte verraten müssten.

      5. Die Grösse der Flotten wäre höchstwahrscheinlich stark begrenzt und weit von den Stärken die man in herzigen Filmchen vorgesetzt bekommt und auch weit von den Flottengrössen der heutigen Marinen auf der Erde entfernt.
      Ganz einfach weil erstens die Resourcen fehlen und die Dinger äusserst komplex und irrwitzig teuer sind.
      Es sind gigantische logistische Netze für nur eine einzige Waffe notwendig. Für Flotten undenkbar.
      Auch wenn Geld keine Rolle spielen würde.
      Denn gäbe es kein Geld mehr dann auch keinen Reichtum und keine Macht, dann wäre auch jeder Kriegsgrund weg.

      6. Die Störung der Kommunikation wäre durch Quantenteleportation, die heute schon in den Grundlagen existiert und erforscht wird, wenig wahrscheinlich.

      7. Befestigungen sind eigentlich wenig wirkungsvoll.
      Erstens sind sie bekannt und ortsfest und können deswegen leicht eingemessen und ohne viel suchen zu müssen angegriffen werden.
      Mit einer ,sagen wir mal zukünftigen, Schwerkraftsingularität entsprechender Wirkung, die sich getarnt ans Ziel heranmacht wäre die Zerstörung nach erfolgtem Anflug höchstens eine Sache von Minuten.
      Also sähen Festungen eher wie weiträumig angelegte Minenfelder aus…… unsichtbar eben.

      8. Die einzigen bemannten Schiffe die ich mir vorstellen könnte sind Polizeikreuzer. Fahrzeuge die sich nur ab den La Grangepunkten vor bewohnten Planeten tummeln, um Schmuggel, Spionage, Terroristen und andere illegale Aktivitäten zu unterbinden. Die wären aber ähnlich wie Polizeiautos von höchstens zwei Beamten besetzt, die mit der Lenkung der Fahrzeuge aber nichts zu tun hätten, sondern nur Kontrollorgane wären.

      9. Defensiveinrichtungen:
      Jedenfalls keine dicken Panzerungen. Das macht die Fahrzeuge zu massig.
      Allerdings müssten die Bordwände selbstwiederherstellend sein.
      Als Schilde könnte ich mir höchstens Kaltplasmaschirme vorstellen, die lediglich zum Verhindern diverser Spähverfahren wie Radar oder Ähnlichem dienen sollen.
      Zur Abwehr im Endanflug befindlicher Objekte, wie schon oben angedeutet, hochschnelle Projektilwaffen, denn ein Strahl verrät und ein Impuls stoppt nichts massives schnell Hereinkommendes.

      10. Die Entfernungen spielen angesichts des sowieso recht ausgedehnten Schlachtfeldes wenig Rolle.
      Die Zielanflüge der getarnten , sagen wir, Bomben würden , da sich Schiffe um sich nicht zu verraten erst im allerletzen Moment bewegen, mit Sicherheit Stunden dauern.

      11. Eine Schlacht um des Kämpfens willen gibt´s nur in Ritterromanen.
      Es geht um das Erobern strategisch wichtiger Punkte und um das Neutralisieren gegnerischer Stützpunkte.
      Das bedeutet daß , im Falle von Monden und Asteroiden , gelandet und erobert werden muß.
      Und genau hier sehe ich die einzige Möglichkeit menschliche Soldaten einzusetzen.
      Aber nur in geringem Ausmass in der traditionellen Kämpferrolle, sondern eher als Joystickspieler auf Basen oder Basisschiffen von denen aus Roboter bzw. Drohnen gesteuert werden. Vermutlich wären ein paar menschliche Spacemarines ebenfalls mit von der Partie.
      Das wär´s aber auch schon mit menschlicher Beteiligung.
      Das Neutralisieren von Stützpunkten wäre gleichbedeutend mit völliger Vernichtung.

      12. Nachschub und Versorgung.
      Das wird von ungetarnten automatischen Transportschiffen übernommen.
      Konvois gäbe es nicht denn die würden zum Einsatz von Waffen mit denen man mehrere Fahrzeuge auf einmal zerstören könnte, verleiten. Weit zerstreute Konvois würden wiederum die Eskorten überfordern.
      Spezialtransporter hätten natürlich wieder Tarnvorrichtungen.

      13. Stützpunkte:
      Stützpunkte die jedem bekannt sind leben aus den o.a. Gründen nicht lange.
      Also werden temporäre Stützpunkte benötigt.
      Also ganze Flotten von Transportern in bestimmten Gebieten die die Logistik der Angriffswaffen sicherstellen.
      Also sind wenige die Stützpunkte die Ziele als die strategisch wichtigen Regionen in denen sie etablert werden KÖNNTEN.
      Und darum wird es in erster Linie gehen.

      14. Ziele einer Schlacht:
      Um die eigenen Kräfte nicht zu überfordern wären die Ziele nicht weit gesteckt.
      Es ginge um temporäre Herrschaft in einem bestimmten Gebiet um bestimmte Vorteile für den Moment ausnutzen zu können, da natürlich jeder Beteiligte weiss, daß bekannte Positionen in diesem Szenario unhaltbar sind.
      Vermutlich würde derjenige der Sieger der die meisten wichtigen Positionen kurzzeitig einnehmen kann um den Gegner dann damit zu erpressen und so zu einem günstigen Verhandlungsfrieden zu zwingen.
      Die Wegnahme ganzer Planeten könnte mit Hilfe entsprechender Waffentechnologie, die dem Gegner den Himmelskörper durch totale Zerstörung entzieht, verhindert werden.

      15. man muss sich überhaupt fragen WER in Zukunft Kriege ausfechten wird.
      Ich halte es für wenig glaubhaft, daß Planeten oder irgendwelche Imperien gegeneinander kämpfen, denn sich könnten sich auch ohne Kriegsflotten auch auf extreme Entfernung mit nicht abzuwehrenden Langstreckengeschossen gegenseitig ausrotten.
      Einfach weil die Positionen der Heimatwelten bekannt sind.
      Deswegen glaube ich eher an Wirtschaftskriege von Konzernen, die sich auch Krimineller bedienen.
      Der Staat hätte da nicht viel mitzureden, da er sich wie heute schon und noch viel mehr in der Zukunft in der Hand der Wirtschaftsmacht befindet.
      Und wenn ich mir die Bestimmungen von TTIP ansehe wird der Staat in Zukunft nichts mehr von den Firmen einfordern können. Auch nicht via Rechtssprechung.

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